In den Schulstreitgesprächen streiten jeweils zwei Schüler miteinander und jeder versucht zu zeigen, dass er der bessere Schüler ist. Sie wurden von den Schulmeistern als didaktische Mittel konzipiert, damit die Schüler die sumerische Umgangssprache einüben und bestimmte Normen und Wertvorstellungen verinnerlichen konnten. Ein Schüler sollte zum Beispiel nicht arbeitsscheu, sondern strebsam sein, er sollte nicht prahlen, sondern Mäßigung zeigen, er sollte zuverlässig sein und nicht die Zeit vertrödeln. Ebenso sollte er nicht faul, sondern anständig sein, und statt Leute gegeneinander aufzuhetzen, sollte er sie versöhnen. Als Vorbild für die jeweiligen Schulstreitgespräche diente das Alltagsleben in der und um die Schule. Es ist gewiss kein Zufall, dass ähnliche Szenen aus dem Schulleben auch in den lateinischen Dialogen des Spätmittelalters und der Renaissance dargestellt werden. Beispielsweise ein Schulstreitgespräch von Paulus Niavis, das ähnlich wie "Enkiḫeĝal und Enkitalu...