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Klage über die Zerstörung von Sumer und Ur

1-2. Um die festgesetzten Zeiten zu stürzen und die göttlichen Pläne zu vernichten, versammeln sich die Stürme wie eine Flut. 3-11. En, Enlil, Enki und Ninḫursaĝa {auf anderer Tafel stattdessen: Ninmaḫ} haben ihr Schicksal beschlossen - die göttlichen Kräfte von Sumer zu stürzen, die günstige Herrschaft in ihrer Heimat zu verschließen, die Stadt zu zerstören, das Haus zu zerstören, den Viehstall zu zerstören, den Schafstall abzureißen; damit das Vieh nicht im Stall stehen kann, damit sich die Schafe nicht im Pferch vermehren können, damit die Wasserläufe Brackwasser tragen, damit das Unkraut auf den fruchtbaren Feldern wachsen sollte, damit Trauerpflanzen im Freiland wachsen sollten, 12-21. damit die Mutter ihr Kind nicht aufsuchen kann, damit der Vater nicht "O meine liebe Frau!" sagen kann, damit die junge Frau sich nicht an seiner Umarmung erfreuen kann, damit das junge Kind nicht kräftig auf dem Knie wachsen kann, damit die Amme keine Schlaflieder singen kann; um de...

Klage über die Zerstörung von Eridu

Eine zusammengesetzte Version von Nibru Segment A (Anfang des 1. Kirugu) 1-10. 4 Zeilen fehlen Das tosende Gewitter bedeckte es wie ein Mantel, es breitete sich aus wie ein Laken. Es bedeckte Eridug wie einen Mantel, wurde wie ein Laken darüber gelegt. In der Stadt hallte der wütende Sturm ……. In Eridug ertönte der wütende Sturm ... Ihre (Eridug´s) Stimme war von Stille, wie von einem Sturm erstickt. Ihre Leute ……. Eridug wurde von Stille, wie von einem Sturm erstickt. Ihre Leute ……. 11-18. Ihr König blieb außerhalb seiner Stadt, als wäre sie eine außerirdische Stadt. Er weinte bittere Tränen. Vater Enki blieb außerhalb seiner Stadt, als wäre sie eine außerirdische Stadt. Er weinte bittere Tränen. Um seiner geschädigten Stadt willen weinte er bittere Tränen. Ihre Dame verließ wie ein fliegender Vogel ihre Stadt. Die Mutter von E-maḫ, die heilige Damgalnuna, verließ ihre Stadt. Die göttlichen Mächte der Stadt der heiligsten göttlichen Mächte wurden umgeworfen. Die göttlichen Kräf...

Die Klagen des Bauern

bzw.: "Die Geschichte vom beredten Oasenmann" Die Geschichte vom beredten Bauern ist in vier Handschriften aus dem Mittleren Reich überliefert. Im folgenden soll jedoch nur auf die drei Papyri (Berlin 3023 + 3025 und Ramesseum A = Papyrus 10499) Bezug genommen werden, die sich in der Sammlung des Ägyptischen Museums Berlin befinden. Zusammenfassung: Der niedrig gestellte Bauer Chui-ni-Anup (auch Chu-en Anubis) zieht von seinem Wohnort, dem Wadi Natrun aus ins Niltal, um dort Produkte zu verkaufen. Im Niltal wird er unter fadenscheinigen Vorwänden vom leibeigenen Pächter Thot-Nacht oder, nach anderen Handschriften, Nemti-Nacht, seiner gesamten Habe beraubt. Chui-ni-Anup geht daraufhin nach Herakleopolis und wendet sich an Rensi, den Besitzer und Vorgesetzten des Nemti-Nacht und Obervermögensverwalter des Königs. Rensi berät sich mit seinen „Räten“ und lässt die Bitte des Chui-ni-Anup unbeantwortet. Daraufhin beginnt der Bauer, Klagereden gegen Rensi zu erheben, in ...

127B - Jauchzen dir, AMUN-RE

Aus den Hymnen des Papyrus Berlin 3049, Ramessidenzeit 1-4 Sei gegrüßt, Einziger mit geheimer Geburt,  erlauchter Fürst der ersten Urgötter;  starker Gott mit gerüsteter Erscheinungsform,  Gnädiger, Herr der Zuneigung.  5-9 Die Menschen, sie jubeln dir zu und preisen deine Gestalt;  die Götter, sie verehren deine Majestät,  sie erhöhen deinen erlauchten Adel;  die Göttinnen, sie musizieren für deinen Ka,  sie künden dir Schönes und jauchzen «Hüte dich, Erde!»  10-14 am Tor deines Tempels bis ans Ende der Zeit. Wenn du zur Ruhe gehst, jubeln die beiden Länder über deine Schönheit,  jedes Gesicht betet dich an.  Jauchzen dem Ba in seiner Umringlerschlange,  wenn er dahinfährt in der Nachtbarke!  15-19 Die Tagbarke frohlockt unter ihrem Herrn;  er hat die Finsternis erleuchtet, seine Strahlen dringen in die Erde,  die er geschaffen hat. Man ist früh auf, um seinem Ka Hymn...

Das Zweibrüdermärchen

Das Zweibrüdermärchen gehört zu den ägyptischen Literaturwerken mit dem höchsten Bekanntheitsgrad auch über den engen Kreis der Ägyptologie hinaus. Der Text ist in einem einzigen Manuskript erhalten, dem nach seiner früheren Besitzerin Elisabeth d'Orbiney benannten Papyrus d'Orbiney, und wurde im Jahre 1857 vom Britischen Museum erworben (Museumsnr. EA 10183). Während uns, wie bei fast allen ägyptischen Literaturwerken, der Autor unbekannt bleibt, nennt der Kolophon als Kopisten den Schatzhausschreiber Enene (Jnj-nB). Der Text ist in musterhafter hieratischer Buchschrift geschrieben und wird in der modernen Ägyptologie gern als Schultext zur Einführung in die hieratische Schrift verwendet. Die etwa 6 m lange und 20 cm hohe Schriftrolle besteht aus 20 aneinandergeklebten, im ganzen noch gut erhaltenen Papyrusblättern, von denen aber die ersten fünf einige größere Lücken aufweisen. Das letzte Blatt sowie die Rückseite der Rolle sind mit nicht zum Text gehörigen Notizen beschr...