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Vom Verschwinden und der Wiederkehr der Sonnengottheit

CTH 323: Vom Verschwinden und von der Wiederkehr des Sonnengottes
Dieser fragmentarische und schwer verständliche Text berichtet vor allem, dass
„Starre“ das Land lahmlegt – anscheinend aufgrund der Abwesenheit der
Sonnengottheit. Ausführlich wird die Suche durch mehrere Götter erzählt, die aber selbst von der „Starre“ ergriffen werden; die Rückkehr der Sonne ist im erhaltenen Text nicht erwähnt. Der Text endet mit der Aufforderung an jenen, dem die Sonnengottheit Gutes erweist, dieser zu opfern. Außer der indirekten Information, dass die Sonnengottheit verschwunden ist, und der Schilderung der Suche
nach derselben finden sich keine Ähnlichkeiten mit den Telipinu-Texten. 


1 -- [ ... ] mein [ ... ]
2 --  ... spricht [ ... ]
3 -- Als  ... zum Wettergott [ ... ]
4 -- [ ... ] der mächtige Sonnengott, sein Sohn …
5 -- Wenn sich [ ... ]
6 -- soll dein waršula-(Duft) an mir sichtbar werden.
7 -- „Ich werde den Sonnengott ergreifen
8 -- und ihn verbergen.
9 -- Was wird er machen, der Wettergott?
10 -- [ ... ] ich.“
11 -- Als sie begannen, sich zu rühmen,
12 -- rief die Tochter des Meeres aber aus dem Himmel hinab,
13 -- und das Meer hörte sie.
14 -- Das Meer setzte sich die Kanne [ ... ] auf seine Schulter.
15 -- „Wohin der Sonnengott fällt,
16 -- sei es, dass er auf den [ ... ], in die Flamme, in den Baum (oder) in das Gestrüpp fällt
17 -- [ ... ] wird gelöscht.
18 -- Das Meer spricht zum Sonnengott:
19 -- „Dies ist es, was [ ... ] dir [ ... ]“
20 -- Der Sonnengott ging [ ... ] zum Meer, (nämlich) zu seiner Lende,
21 -- und er verschloss die Kanne ... mit Wachs.
22 -- Oben aber legte er außerdem einen kupfernen Deckel auf
23 -- und sprach:
24 -- „Seid gepriesen,
25 -- solange bis …
26 -- Das Meer aber [ ... ] seiner Tochter.
27 -- Die [ ... ] Frau [ ... ] zum Wettergott:
28 -- „Welches Wunder vollbringen sie …  Berg?
29 -- [ ... ] deine Söhne [ ... ]
30 -- [ ... ]“
31 -- Der Wettergott sagte zu seiner Frau:
32 -- „[ ... ]
33 -- Sag es mir!
34 -- [ ... ] meine Söhne.
35 -- Wenn ein Mann getötet (ist),
36 -- machen sie ihn wieder lebendig
37 -- Wenn ein Rind (oder) ein Schaf getötet (ist),
38 -- machen sie es wieder lebendig?
39 -- Und welches Wunder vollbringen deine Söhne?“
40 -- Starre lähmte das ganze Land.
41 -- Die Gewässer ließ sie vertrocknen.
42 -- Die Starre (ist) mächtig!
43 -- Er (der Wettergott) spricht zum Wind, seinem Bruder:
44 -- „Der Berge Gewässer, die Gärten, die Wiese,
45 -- dein waršula-(Duft) soll gehen!
46 -- Sie (die Starre) soll sie nicht lähmen!“
47 -- Sie lähmte Pflanzen, Länder, Rinder, Schafe, Hunde (und) Schweine.
48 -- Die Kinder in ihre Herzen (und) das Getreide lähmt sie nicht.
49 -- Wenn sie sie lähmt,
50 -- hält drinnen der Talg (sie) aber.
51 -- [ ... ]
52 -- und sie lähmt sie nicht,
53 -- wie sie alles gelähmt hatte.“
54 -- Jener aber ging (und) sprach zum Wettergott:
55 -- „Dies (ist), was geschah!“
56 -- Diese Starre da [ ... ] spricht zu ihrem Vater (und) ihrer Mutter:
57 -- „Ihr verspeist (und) trinkt dies;
58 -- kümmert euch aber um nichts.“
59 -- Der Schäfer (und) der Rinderhirt [ ... ]“
60 -- Die (Starre) aber lähmte das Land.
61 -- Der Wettergott aber merkt (es) nicht.
62 -- Der Wettergott sandte zum Sonnengott:
63 -- „Geht (und) bringt den Sonnengott!“
64 -- Sie gingen.
65 -- Sie suchen den Sonnengott
66 -- und finden ihn nicht.
67 -- Der Wettergott aber spricht:
68 -- „Und warum habt ihr ihn nicht gefunden?
69 -- Meine Glieder werden hier heiß.
70 -- Wann ging er hier zu Grunde?“
71 -- Er schickte den Zababa:
72 -- „Geh (und) bring den Sonnengott!“
73 -- Und den Zababa ergriff die Starre.
74 -- „Geht (und) ruft die Schutzgottheit!
75 -- Wird sie auch sie lähmen?
76 -- Ist sie nicht ein Kind des Feldes?“
77 -- Und auch die ergriff die Starre.
78 -- „Geht (und) ruft Telipinu (herbei)!
79 -- Der (ist) mein mächtiger Sohn.
80 -- Er reißt (die Erde) auf,
81 -- pflügt,
82 -- leitet das Wasser um,
83 -- und das Getreide befreit er von kleinen Steinen [ ... ].“
84 -- Und auch den hält die Starre.
85 -- „Geht (und) ruft die Schicksalsgöttin und Ḫannaḫanna!
86 -- Wenn jene starben,
87 -- starben auch diese vollends.“
88 -- Auch zu seinem (des Wettergottes) Tor kam die Starre.
89 -- Die Starre spricht zum Wettergott:
90 -- „Diese schickst du immer wieder, die [ ... ]
91 -- und alle starben.
92 -- Du (kannst) diesen Becher nicht mehr halten.
93 -- Seine, des Ḫašamili Brüder (sind seine) Halbbrüder,
94 -- und die Starre ergriff sie nicht.“
95 -- [ ... ] sie rief.
96 -- Der Wettergott spricht zur Starre:
97 -- „Meine Hand (ist) am Becher festgeklebt,
98 -- meine Füße haben sich festgeklebt.
99 -- Wenn du auch diese Füße und Hände ergreifst,
100 -- ergreife meine Augen aber nicht!“
101 -- Die Starre spricht zum Wettergott:
102 -- „Du siehst [ ... ] meinen Kindern [ ... ]
103 -- Ich werde hinauf in den Himmel gehen.
104 -- Belebe die Hände und die Füße!“
105 -- [ …]
106 -- [ … ]
107 -- [ ... ] wandte er/sie [ ... ]
108 -- Den Mondgott aber schleuderte ihn/sie.
109 -- [ ... ]
110 -- [ ... ] warf das [ ... ] des Stadttores um.
111 -- Die alten Männer (und) die alten Frauen [ ... ],
112 -- und ich bin auch eine annanna-Frau.
113 -- Ich [ ... ] mit links,
114 -- und ich nahm sie nicht.
115 -- Mit rechts aber ich [ ... ]
116 -- und die Worte der Götter nahm ich wieder.
117 -- Ich schüttete sie [ ... ]
118 -- Mein Mund (und) mein Kopf (sind) der Riegel,
119 -- [ ... ] aber (ist) das išgarakka-.
120 -- Ich stellte sie darauf.
121 -- [ ... ] Kopf …
122 -- Die Worte der Götter habe ich in keiner Weise zunichte gemacht.
123 -- Falls Telipinu aber für irgendjemanden drückend wird,
124 -- werde ich aber die Worte der Götter sprechen
125 -- und ihn anrufen.“
126 -- Der Sonnengott aber spricht:
127 -- „Die Worte der Götter sollen gehen!
128 -- Meine Zuteilung aber, wie ist sie?“
129 -- Die Muttergöttin (spricht) folgendermaßen:
130 -- „Wenn du, Sonnengott, jemandem Gutes gibst,
131 -- soll er dir aber neun Schafe geben.
132 -- Wer ein Armer ist,
133 -- soll dir ein Schaf geben.“ 

134 -- Tafel der Anrufung des Sonnengottes und des Telipinu, fertig.
135 -- Die Zuteilung ist dies:
136 -- Eine Kanne aus Bronze und ihr Deckel aus Bronze, ... aus Bronze (sind) jeweils auf den Deckel gelegt, eine Tür aus Bronze, ein arimpa-(Stütze/Säule?) aus Bronze, zwei Fenster aus Bronze, ein Pflock aus Bronze, ein Spaten aus Bronze, ein Hammer aus Bronze, ein Zweig der ippiya-Pflanze (Weinrebe), ein Zweig [ ... ], ein kleiner Ständer aus šunila-Holz, Wachs, Räuchersubstanz, … , drei Kannen mit Wasser von drei Quellen.
137 -- Alle ... sie [ ... ] 138 und ihre drei puri-Holzobjekte.
139 -- [ ... ] großes Dickbrot, ein Gefäß Wein, ein Gefäß marnuwan, ein Gefäß honighaltiges Bier, ein Gefäß honighaltiger Wein, ein Becher Feinöl, ein Becher Honig, ein Becher Schaffett, weiße Wolle, blaue Wolle, rote Wolle, grüngelbe Wolle, schwarze Wolle, Wollschnur, ausgesuchtes Erstklassiges: šaḫi-Holz, ḫappuriya-Holz, Süßrohr.
140 -- Sie besprengt sie mit Feinöl.
141 -- [ ... ] aber stellt folgendermaßen im Haus zwei Tische ans Fenster:
142 -- Überall legt sie ein Dickbrot darauf.
143 -- Auf den einen Tisch legt sie diese Utensilien:
144 -- Eine Kanne aus Bronze zusammen mit (ihrem) Deckel, die Tür aus Bronze, das arimpa- aus Bronze, zwei Fenster aus Bronze legt sie auf den ersten Tisch für den Sonnengott.
145 -- Den einen Hammer aus Bronze, einen Spaten aus Bronze, einen Pflock aus Bronze legt sie auf den einen Tisch für den Sonnengott.
146 -- Auf den zweiten Tisch aber stellt sie in die Mitte neun große Dickbrote in einem Korb
147 -- und darauf legt sie Lab und Käse hin.
148 -- Sie legt Wolle dazu.
149 -- Drei Gefäße aber mit Wein, marnuwan (und) honighaltigem Bier, drei Kannen mit Wasser zusammen mit einem Becher Feinöl, einem Becher Honig, einem Becher Schaffett, ausgesuchtes Erstklassiges.
150 -- Dies alles vermengt sie.
151 -- Sie stellt einen gedeckten Tisch für den Sonnengott auf.
152 -- Sie stellt einen gedeckten Tisch für Telipinu auf.
153 -- Wenn sie die Gottheit Platz nehmen läßt,
154 -- ist sie fertig.
155 -- Am Abend aber stellt sie Feuer aus dem Feuerbecken vor die Gottheit.
156 -- Sie verbrennt Erstklassiges,
157 -- und die Beschwörerin spricht die Beschwörungen des Gottesherrn.
158 -- Dreimal opfert sie reihum.
159 -- Sie verschließt den Tempel
160 -- und geht hinaus.
161 -- An diesem Tag macht sie nichts (mehr).
162 -- Wenn es aber hell wird,
163 -- geht der Gottesherr vor die Gottheit,
164 -- verbrennt Erstklassiges,
165 -- spricht die Beschwörungen
166 -- (und) opfert dreimal reihum.
167 -- Er bricht ein süßes Dickbrot für den Sonnengott
168 -- (und) legt (es) auf den Tisch des Sonnengottes.
169 -- Er libiert marnuwan, honighaltiges Bier (und) Wein dem Sonnengott.
170 -- Er bricht ein süßes Dickbrot für Telipinu
171 -- (und) legt (es) auf den Tisch des Telipinu.
172 -- Er libiert marnuwan, honighaltiges Bier (und) Wein für Telipinu.
173 -- Er opfert einen Ziegenbock (und) ein Schaf für den Sonnengott und Telipinu zusammen.
174 -- Er legt rohes Fleisch: Schulter, Brust, Kopf (und) Füße vom Schaf, dem Sonnengott hin.
175 -- Vom Ziegenbock aber legt er Brust, Schulter, Kopf (und) Füße ebenso für Telipinu hin.
176 -- Sie kochen Leber (und) Herz mit der Flamme.
177 -- Er bricht ein Dickbrot,
178 -- legt (darauf) die Schulter des Schafes
179 -- (und) legt (es) auf den Tisch des Sonnengottes.
180 -- [ ... ] legt [ ... auf] seinen Tisch.
181 -- Er libiert marnuwan, honighaltiges Bier (und) Wein dem Sonnengott (und) Telipinu.
182 -- Danach aber stellt er eine Schüssel Rührkuchen dem Sonnengott (und) Telipinu hin.
183 -- [ ... ] halten sie drei Tage lang.
184 -- Am ersten Tag [ ...]en sie eine (Portion) Fleischsuppe und [ ... ] eines Ziegenbocks.
185 -- Wenn es zum Essen gut ist,
186 -- geht der Gottesherr vor die Gottheit,
187 -- verbrennt Erstklassiges
188 -- (und) beschwört dreimal reihum.
189 -- [ ... ] bricht ein süßes Brot (und) ein šiluḫa-Brot
190 -- (und) legt es auf den Tisch des Sonnengottes.
191 -- Er stellt Fleischsuppe vom Schaf für den Sonnengott hin,
192 -- und für Telipinu bricht er es ebenso.
193 -- Er legt es auf seinen Tisch
194 -- und stellt Fleischsuppe vom Ziegenbock ebenso hin.
195 -- Er libiert marnuwan, honighaltiges Bier (und) Wein dem Sonnengott (und) Telipinu.
196 -- Am zweiten Tag geht der Gottesherr vor die Gottheit,
197 -- verbrennt Erstklassiges
198 -- (und) [ ...]
199 -- Er nimmt das Dickbrot der Sättigung, die Fleischsuppe, ... das Fleisch wieder weg.
200 -- Der Koch [ ... ] es.
201 -- [ ... ] bricht das süße Dickbrot
202 -- (und) legt es auf den Tisch des Sonnengottes.
203 -- Er bricht ein Dickbrot
204 -- (und) legt es für Telipinu ebenso hin.
205 -- [ ... ]
206 -- Wenn es am dritten Tag zum Essen gut ist,
207 -- geht der Gottesherr vor die Gottheit,
208 -- verbrennt Erstklassiges
209 -- (und) beschwört dreimal reihum.
210 -- Er legt [ ... ] für den Sonnengott hin.
211 -- [ ... ] dem Telipinu …  


CTH 323.1
Citatio: E. Rieken et al. (ed.), hethiter.net/: CTH 323.1 (TRde 2009-08-26)


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andere Übersetzung

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05 Ich werde den Sonnengott ergreifen und ihn verstecken. Was kann da der Wettergott wohl unternehmen?
06 Ich werde [...] Wie sie nun so anfingen zu prahlen, da schrie die Tochter des Meeres
07 vom Himmel herunter, so daß das Meer sie hörte. Daraufhin nahm das Meer eine Kanne in die Hand
08 und stellte sie auf seinen Kopf und sprach: "Nun, wenn die Sonne herunterbröckelt,
09 wird sie entweder in die Kanne, in die offene Flamme, auf den Baum oder ins Gestrüpp brökkeln.
10 Sie wird von dieser Kanne aufgefangen."
11 Das Meer spricht zum Sonnengott: "Das ist es, was ich für dich bereit halte"
12 Der Sonnengott ging in das Zimmer des Meeres und überdeckte die Kanne
13 mit Wachs. Darauf häufte er ferner Kupfer
14 und sprach: "Er soll mir immerfort prahlen, bis ich ihn besiege"

01 [...] Das Gebirge [...]
02 [...] Deine Kinder sprechen.
03 Sie [...] Der Wettergott sagte zu seiner Frau:
04 "[...] Sag es mir [...]
05 Tot sind meine Kinder. Kann man einen Menschen, der ermordet wurde, wieder ins Leben rufen?
06 Wenn Rinder und Schafe getötet worden sind, kann man sie wieder zum Leben rufen?
07 Was für ominöse Zeichen geben denn deine Kinder?" Das frostige Eis
08 lähmte das ganze Land. Das Wasser trocknete.
09 Das frostige Eis ist übermächtig. Der Wettergott spricht nun zum Wind, seinem Bruder:
10 "Sieh die Berge, die Gewässer, Gärten und Wiesen an!
11 Laß doch deine Regen spendende Feuchtigkeit gehen, auf daß sie nicht gelähmt werden!
12 Er wird die Wiesen, Länder, Rinder, Schafe, Hunde und Schweine lähmen,
13 die Getreide aber, seine Lieblingskörner, wird er nicht lähmen. Falls er sie nämlich lähmen wollte,
14 wird der Talg ihn drinnen festhalten,
15 so daß er sie nicht lähmen kann. Was aber, falls er alles lahmlegt?"
l6 Jener ging und sprach zum Wettergott: "Hier ist, was geschehen ist!"
17 Das besagte frostige Eis spricht zu seinem Vater und seiner Mutter:
18 "Esst (und) trinkt dies,
19 ohne auf etwas Rücksicht nehmen zu müssen! Der Schafhirt (und) der Kuhhirt sind gestorben"
20 Jener hat das Land gelähmt, der Wettergott weiß aber (davon) nichts.
21 Der Wettergott sandte dem Sonnengott einen Boten: "Geht (und) führt den Sonnengott her!"
22 Sie gingen und suchten; sie können ihn (aber) nicht finden.
23 Der Wettergott spricht: "Warum habt ihr ihn denn nicht gefunden?
24 Schaut, (wie) heiß meine Körperglieder geworden sind.
25 Wohin ist er (wohl) verschwunden?"  Er beauftragte den Kriegsgott Zababa mit den Worten:
26 "Geh (und) hole du den Sonnengott her!" Doch das frostige Eis ergriff auch Zababa.
27 Der Wettergott spricht: "Geht (und) ruft den Schutzgott Inar! Kann das frostige Eis auch ihn lähmen? Nein!
28 Ist er doch nicht das Kind der Wildflur?" Aber das frostige Eis ergriff auch ihn.
29 "Geht (und) ruft Telipinu! Er ist mein mächtiger Sohn.
30 Er kann die Äcker beackern, pflügen und bewässern. Er kann das Getreide
31 ernten". Aber das frostige Eis hält auch ihn zurück.
32 "Geht (und) ruft Gulscha und Hannahanna! Falls sie gestorben sind,
33 so sind auch diese gestorben. Ist (etwa) das frostige Eis bis zu ihrer Türschwelle
34 gekommen?" Das frostige Eis spricht zum Wettergott: "Du tötest und wirfst alles weg.
35 [...] Deshalb ist nun alles dahingestorben. Behalte diesen Becher
36 nicht mehr! Die Brüder von Haschammili
37sind die Stiefbrüder des frostigen Eises; deshalb wird das frostige Eis sie nicht ergreifen."
38 Der Wettergott rief sie. Der Wettergott
39 spricht zum frostigen Eis: "Meine Hand ist im Becher eingeklebt.
40 Auch meine Füße sind also im Eis eingewachsen. Auch wenn du diese meine Füße und Hände
41 lähmst, so ergreife wenigstens meine Augen nicht!"
42 Das frostige Eis spricht zum Wettergott: "Schau meine Kinder an!"
43 Der Wettergott spricht: "Ich werde nun zum Himmel reisen;
44 (so) erquicke meine Hände und Füße!
45 [.. .]".

01 Er schickte zu [...] und er schießt auf den Mondgott. [...]
02 Er warf ... in das Tor. Die Greise (und) Greisinnen
03 [.. .], aber ich bin eine annanna-Frau.
04 ... links ist ein Orakelbescheid, aber ich habe ihn nicht genommen; rechts
05 ist ein anderer Orakelbescheid, ihn habe ich genommen, nämlich die Gebote der Götter. Ich habe
06 sie in mein... geschüttet. Geschüttet habe ich sie in meinen Mund, in mein bala- (und) in das Riegelholz.
07[...] aber ein iskarakka-. Ich legte (auch) es auf den Kopf.
08 Ich habe niemals die Gebote der Götter zunichte gemacht. Wenn
09 Telipinu jemandem Schwierigkeiten verursacht, (so) werde ich die Worte der Götter
10 rezitieren und ihn (so) anflehen. Der Sonnengott spricht: "Mögen die Worte der Götter gehen;
11 hier ist mein Anteil" Als Hannahanna folgendes sprach: "Wenn du, Sonnengott, jemandem etwas
12 Gutes gibst, lass ihn dir das neunfach zurückgeben. Wer aber arm ist, der soll dir nur ein Schaf geben."
13 Die Anrufung des Sonnengottes und Telipinus ist zu Ende. 





Darstellung des Sonnengottes des Himmels im großreichszeitlichen Felsheiligtum von Yazılıkaya (links, daneben der hurritische Mondgott Kušuḫ, hethitisch Arma)


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