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Fragment zur Totenwelt


Das folgende kleine Fragment erzählt von dem kümmerlichen und elenden Dasein der Toten in der Unterwelt; die Legende stellt ein Unikum innerhalb des hethitischen Schrifttums dar, so daß wir nicht wissen, welcher ethnischen Schicht sie entstammen könnte. Babylonische oder hurritische Herkunft ist jedoch nicht ausgeschlossen. 

Texte: KBo 22.178 + KUB 48.109; die Tontafeln werden in Ankara aufbewahrt.


02 Und die Bösen
03 Dunstglocke hält ihn (ab), und er kann sie nicht erkennen.
04 Der eine kann den anderen nicht erkennen;
05 die Schwestern von der gleichen Mutter können einander nicht erkennen.
06 Brüder vom selben Vater können einander nicht erkennen.
07 Die Mutter kann ihren Sohn nicht erkennen.
08 Das Kind kann seine Mutter nicht erkennen.
09 [… ] kann nicht erkennen.
10 [... ] kann nicht erkennen.

01 Sie können nicht von einem schönen Tisch essen.
02 Von einem schönen Stuhl
03 können sie nicht essen. Aus einem schönen Becher
04 können sie nicht trinken. Gute Speisen können sie nicht essen,
05 gute Getränke können sie nicht trinken;
06 sie müssen Schmutzmassen essen
07 (und) Schmutzwasser trinken.

https://epub.ub.uni-muenchen.de/6983/1/6983.pdf




zur Totenwelt:

Die Unterweltgottheiten der Hethiter waren der ursprünglich hattische Lelwani, der später weibliches Geschlecht annahm, und die ursprünglich luwische Sonnengöttin der Erde.
Die hurritische Gottheit der Unterwelt war die Göttin Allani oder Allatu, welche im Zuge der Identifizierung der hurritischen Götter mit dem hethitischen Pantheon in zwei Gottheiten aufgespalten wurde, Allani (Sonnengöttin der Erde) und Allatu (Lelwani)
https://de.wikipedia.org/wiki/Totengott


Die lediglich als Staatskult überlieferte Religion der Hethiter übernahm in erster Linie Mythen aus Anatolien, aber auch Vorstellungen und Mythen vieler benachbarter Völker. Für die göttlichen Könige gab es umfangreiche Totenrituale. Doch auch der „einfache“ Tote ging endgültig in die jenseitige Welt. Ein Totengericht gab es jedoch offenbar nicht, ebenso wenig in den Kulturen der Nachfolgestaaten.
https://de.wikipedia.org/wiki/Totengericht#Hethiter,_Urartu


Allani (hurritisch: allai=ni „die Herrin“; in Ugarit: aln) ist die hurritische Göttin der Unterwelt. Von den Hethitern, die ihren Kult im 14. Jahrhundert v. Chr. übernahmen, wurde sie mit der Sonnengöttin der Erde synkretisiert.
https://de.wikipedia.org/wiki/Allani



Die Sonnengöttin der Erde (heth. taknaš dUTU, luw. tiyamaššiš Tiwaz) ist die hethitische Göttin der Unterwelt. Ihre hurritische Entsprechung ist Allani, ihre sumerisch-akkadische Entsprechung Ereškigal, zwei Göttinnen, die schon früh die hethitischen Vorstellungen beeinflusst hatten. In späthethitischer Zeit wurde schließlich der ursprünglich hattische Unterweltsgott Lelwani ebenfalls mit ihr synkretisiert.
https://de.wikipedia.org/wiki/Sonnengöttin_der_Erde


Allani, gefolgt von Išḫara und Nabarbi im hethitischen Felsheiligtum Yazılıkaya
https://upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/8/83/Yazilikaya49-51.jpg


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