Direkt zum Hauptbereich

Posts

Gilgamesch-Epos

Das Epos hat seinen Ursprung im Sumerischen Reich in Mesopotamien. Aus sumerischer Zeit sind einige wenige Tontafeln in sumerischer Keilschrift mit Fragmenten des Epos bekannt. Der Großteil ist durch jüngere babylonische Tontafeln überliefert, die in der Tontafelbibliothek Assurbanipals (669 - 627 v.u.Z.) gefunden wurden. Die Tafeln sollen von dem Dichter Sin-leqe-unnini stammen, der im 12. Jahrhundert v.u.Z. gelebt hat. Das Epos wurde mit ca. 3600 Verszeilen auf 11 Tafeln in Ninive verfasst, die außer den Heldentaten des Königs Gilgamesch auch die weltweit verbreitete Erzählung von einer großen Sintflut beinhaltet. Das sumerische Epos von Gilgamesch wurde später auf einer 12. Tafel ergänzend hinzugefügt. Die 12. Tafel beinhaltet als einzige den Unterwelt-Mythos, in dem König Gilgamesch zeitweilig als Richter gewirkt haben soll. Bemerkenswert ist die Tatsache, dass die Keilschriftdichtungen zum Gilgamesch-Epos in vier Sprachen geschrieben sind, und sie innerhalb des langen Zeitraumes…
Letzte Posts

Klage über die Zerstörung von Eridu

Eine zusammengesetzte Version von Nibru Segment A
(Anfang des 1. Kirugu)
1-10.
4 Zeilen fehlen
Das tosende Gewitter bedeckte es wie ein Mantel, es breitete sich aus wie ein Laken. Es bedeckte Eridug wie einen Mantel, wurde wie ein Laken darüber gelegt. In der Stadt hallte der wütende Sturm ……. In Eridug ertönte der wütende Sturm ... Ihre (Eridug´s) Stimme war von Stille, wie von einem Sturm erstickt. Ihre Leute ……. Eridug wurde von Stille, wie von einem Sturm erstickt. Ihre Leute …….
11-18. Ihr König blieb außerhalb seiner Stadt, als wäre sie eine außerirdische Stadt. Er weinte bittere Tränen. Vater Enki blieb außerhalb seiner Stadt, als wäre sie eine außerirdische Stadt. Er weinte bittere Tränen. Um seiner geschädigten Stadt willen weinte er bittere Tränen. Ihre Dame verließ wie ein fliegender Vogel ihre Stadt. Die Mutter von E-maḫ, die heilige Damgalnuna, verließ ihre Stadt. Die göttlichen Mächte der Stadt der heiligsten göttlichen Mächte wurden umgeworfen. Die göttlichen Kräfte de…

Die Klagen des Bauern

bzw.: "Die Geschichte vom beredten Oasenmann"

Die Geschichte vom beredten Bauern ist in vier Handschriften aus dem Mittleren Reich überliefert.
Im folgenden soll jedoch nur auf die drei Papyri (Berlin 3023 + 3025 und
Ramesseum A = Papyrus 10499) Bezug genommen werden, die sich in der Sammlung des
Ägyptischen Museums Berlin befinden.


Zusammenfassung:
Der niedrig gestellte Bauer Chui-ni-Anup (auch Chu-en Anubis) zieht von seinem Wohnort, dem Wadi Natrun aus ins Niltal, um dort Produkte zu verkaufen. Im Niltal wird er unter fadenscheinigen Vorwänden vom leibeigenen Pächter Thot-Nacht oder, nach anderen Handschriften, Nemti-Nacht, seiner gesamten Habe beraubt. Chui-ni-Anup geht daraufhin nach Herakleopolis und wendet sich an Rensi, den Besitzer und Vorgesetzten des Nemti-Nacht und Obervermögensverwalter des Königs. Rensi berät sich mit seinen „Räten“ und lässt die Bitte des Chui-ni-Anup unbeantwortet. Daraufhin beginnt der Bauer, Klagereden gegen Rensi zu erheben, in denen er …

127B - Jauchzen dir, AMUN-RE

Aus den Hymnen des Papyrus Berlin 3049, Ramessidenzeit


1-4 Sei gegrüßt, Einziger mit geheimer Geburt,  erlauchter Fürst der ersten Urgötter;  starker Gott mit gerüsteter Erscheinungsform,  Gnädiger, Herr der Zuneigung. 
5-9 Die Menschen, sie jubeln dir zu und preisen deine Gestalt;  die Götter, sie verehren deine Majestät,  sie erhöhen deinen erlauchten Adel;  die Göttinnen, sie musizieren für deinen Ka,  sie künden dir Schönes und jauchzen «Hüte dich, Erde!» 
10-14 am Tor deines Tempels bis ans Ende der Zeit. Wenn du zur Ruhe gehst, jubeln die beiden Länder über deine Schönheit,  jedes Gesicht betet dich an.  Jauchzen dem Ba in seiner Umringlerschlange,  wenn er dahinfährt in der Nachtbarke! 
15-19 Die Tagbarke frohlockt unter ihrem Herrn;  er hat die Finsternis erleuchtet, seine Strahlen dringen in die Erde,  die er geschaffen hat. Man ist früh auf, um seinem Ka Hymnen zu singen;  deine beiden Federn, sie wecken die Köpfe auf und richten jedes Gesicht auf, das darniederlag.
20-2…

Das Zweibrüdermärchen

Das Zweibrüdermärchen gehört zu den ägyptischen Literaturwerken mit dem höchsten Bekanntheitsgrad auch über den engen Kreis der Ägyptologie hinaus. Der Text ist in einem einzigen Manuskript erhalten, dem nach seiner früheren Besitzerin Elisabeth d'Orbiney benannten Papyrus d'Orbiney, und wurde im Jahre 1857 vom Britischen Museum erworben (Museumsnr. EA 10183).

Während uns, wie bei fast allen ägyptischen Literaturwerken, der Autor unbekannt bleibt, nennt der Kolophon als Kopisten den Schatzhausschreiber Enene (Jnj-nB). Der Text ist in musterhafter hieratischer Buchschrift geschrieben und wird in der modernen Ägyptologie gern als Schultext zur Einführung in die hieratische Schrift verwendet.
Die etwa 6 m lange und 20 cm hohe Schriftrolle besteht aus 20 aneinandergeklebten, im ganzen noch gut erhaltenen Papyrusblättern, von denen aber die ersten fünf einige größere Lücken aufweisen. Das letzte Blatt sowie die Rückseite der Rolle sind mit nicht zum Text gehörigen Notizen beschr…

Hymnus von Tura

Der folgende Hymnus aus der 18. Dynastie preist den Selbstentstandenen
als Schöpfer von Himmel und Erde:


Der sich verkörperte in Verkörperungen, der seinen Leib schuf,
der seine Gestalt bildete, sich schuf mit seinen Armen,
der hervorkam [in] spontaner [Selbstentstehung]
alle seine Glieder redeten mit ihm Er hat sich selbst gebaut,
bevor Himmel und Erde entstanden waren,
als das Land im Urwasser war inmitten der «müden Flut».

Da hat er angefangen, dieses Land zu erschaffen,
indem er festsetzte, was aus seinem Munde hervorging.
Du hast den Himmel hochgehoben und den Erdboden niedergestreckt,
um das Land weitzumachen für dein Bild!

Du hast deine erste Gestalt angenommen als Sonnengott,
um die beiden Länder zu erhellen für das,
was du geschaffen hast als [Plan] deines Herzens, als du allein warst.

http://archiv.ub.uni-heidelberg.de/propylaeumdok/3036/1/Assmann_Schoepfungsmythen_2000.pdf

mehr dazu:
http://www.aegyptologie.com/forum/attachments/Kessler_Dissidentenliteratur.pdf


https://upload.wikimedi…

Mythos vom Totengericht

Aus dem Ägyptischen Totenbuch (Kap. 125)


Das, was zu sagen ist, wenn man in die Halle [der Vollständigen Wahrheit] gelangt, gereinigt wird von allem Bösen, das man getan hat, und das Angesicht der Götter schaut:
Sei gegrüßt, du großer Gott, Herr der Vollständigen Wahrheit! Ich bin zu dir gekommen, mein Herr, ich hin hergebracht worden, damit ich deine Vollkommenheit schaue. Ich kenne dich, ich kenne deinen Namen, ich kenne die Namen der Zweiundvierzig Götter, die mit dir in der der Halle der Vollständigen Wahrheit sind, die von denen leben, die das Böse hüten, die von ihrem Blute schlürfen an jenem Tage des Abwägens der Charaktere vor Wennenefer (*). Siehe, "Der, dessen Augen Töchter sind, Herr der Maat" ist dein Name. Siehe ich bin vor dich getreten, nachdem ich dir die Wahrheit gebracht und dir die Sünde vertrieben habe. Ich habe nicht gegen Menschen gesündigt. Ich habe keine Leute arm gemacht. Ich habe nicht Böses getan an der Stätte der Wahrheit. Das Nichtseiende kenne ich…

Mythos von dem unzugänglichen einen Gott und seinen vielfältigen Erscheinungsformen

Aus einem altägyptischen Papyrus der Ramessidenzeit.

Geheim an Verwandlungen, funkelnd an Erscheinungsformen,
wunderbar erscheinender Gott, reich an Gestalten!
Alle Götter rühmen sich seiner,
um sich mit seiner Schönheit so zu erhöhen, wie er göttlich ist.
'Re' selbst ist vereinigt mit seinem [des 'einen' Gottes] Leib,
er ist der Große in Heliopolis.
Man sagt aber auch 'Tatenen' ['Ptah-Tatenen' von Memphis] zu ihm,
und 'Amun' [von Theben], der aus dem Urwasser hervorkam,
um die 'Gesichter' [die Götter] zu leiten.
Andere Weisen seiner Erscheinung sind die 'Acht' [von Hermopolis]
und der 'Urgott' ['Nun', eine Gestalt des Urgottes der 'Neunheit' von Heliopolis]
und der 'Urgrund der Götter, die Re gebar' [der Sonnengötter von Heliopolis]!
Er vollendete sich als 'Atum' [zweite Gestalt des Urgottes von Heliopolis],
eines Leibes mit ihm.
Er ist der Allherr, der das Seiende begann.
Sein 'Ba' [göttlicher G…

Mythos vom All-Wissen des Pharao

Der König kennt die geheime Rede,
die die östlichen 'Ba' sprechen,  wenn sie Jubellärm machen für Re
bei seinem Aufgang, seinem Erscheinen im Lichtland;
wenn sie ihm die Flügel öffnen der Tore des östlichen Lichtlands,  auf dass er fahre auf den Wegen des Himmels.
Er kennt ihre Form und ihre Verkörperungen, ihre Heimat im Gottesland.
Er kennt den Ort, an dem sie stehen, wenn Re den Weganfang beschreitet.
Er kennt jene Worte, die die beiden Mannschaften sprechen,
wenn sie die Barke des Himmlischen ziehen.
Er kennt das Geborenwerden des Re und seine Selbstentstehung in der Flut.
Er kennt jenes geheime Tor, durch das der Große Gott heraustritt.
Er kennt den in der Morgenbarke und das große Bild in der Nachtbarke.
Er kennt deine Landeplätze im Lichtland und deinen Lauf in der Himmelsgöttin.

Textgrundlage: Jan Assmann, Sonnenhymnen in thebanischen Gräbern, Theben 1, 1983, Nr. 54. Deutsche Übersetzung: Jan Assmann, Ägypten. Theologie und Frömmigkeit einer frühen Hochkultur, Stuttgart u. …

Ein Arzt ohne Sumerisch- Kenntnisse ist ein Idiot

Nach dem Kolophon, dem Schreibervermerk am Ende des Textes, datiert er in die Zeit des Königs Marduk-balassu-iqbi, der am Ende des 9. Jahrhunderts v.u.Z. in Babylon regierte. Es handelt sich um eine Humoreske oder Anekdote um einen babylonischen Arzt aus der Stadt Isin.

Der Name „Mann-der Baba“ verweist auf seinen Beruf, denn Baba ist einer der Namen der Heilgöttin, die zugleich Stadtgottheit von Isin ist. Ihr anderer Name ist Gula; unser Arzt ist zugleich Oberpriester ihres Tempels. Die Stadt Isin war seit alters für ihre Ärzte und deren Heilkünste bekannt. Der Mann aus Nippur, sein Vater und sein Onkel tragen Namen berühmter Schreiber aus der Kassitenzeit Mesopotamiens (2. Hälfte des 2. Jahrtausends v. Chr.). Die Sprache der Namen ist Sumerisch, typisch für Schreibernamen in Mesopotamien. Schon dieser Umstand verweist den Text in das Schreiber- und Schulmilieu, was durch den Fortgang der Erzählung und den Kolophon des Textes bestätigt wird.

Der Text steht in der Tradition altbabylo…